Wir sind offen und ehrlich!

Was wir meinen, wenn wir „KI” sagen

In einer Runde von vier Leuten sagen alle „KI" und meinen vier verschiedene Dinge. Ein Coding-Agent, ein Chatbot, ein Klassifikationsmodell und ein sicherheitsrelevantes, unabhängig geprüftes Machine-Learning-System zur Kollisionsvermeidung in der Containerlogistik, das sind grundverschiedene Anwendungen. Sie haben wenig mehr gemeinsam als das Buzzword. Solange das unausgesprochen bleibt, redet man aneinander vorbei.

Für unsere Arbeit unterscheiden wir deshalb mindestens vier Bereiche:

  • Generative Assistenz:Chat, Textentwürfe, Recherche, Erklärungen. Nützlich, mit begrenztem Risiko, solange ein Mensch das Ergebnis prüft.
  • Coding-Agents: Werkzeuge, die Code lesen, schreiben, testen und in unsere Entwicklungsprozesse eingreifen. Hier passieren für uns derzeit die interessantesten und folgenreichsten Entwicklungen.
  • Klassische ML-Verfahren: Vorhersage, Klassifikation, Anomalieerkennung. Erprobt, gut messbar, oft die passendere Antwort als ein Sprachmodell.
  • Automatisierte Entscheidungen über Menschen: Bewerbungen, Kredite, Leistungsansprüche. Der Bereich, in dem Fehler am meisten wehtun und in dem wir am kritischsten sind.

Daher wollen wir mit Menschen sprechen und keine generierten Requirements entgegennehmen, denn wir müssen einordnen können, um was es sich handelt, damit wir gemeinsam nachhaltige Entscheidungen treffen können.

Wir sind sozial!

KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Als wir um 2010 die ersten Code-Review-Werkzeuge einführten, gaben wir uns eine Regel:

Durch die Genehmigung dieser Änderung erkläre ich, den Code gelesen, seine Funktionsweise verstanden, ihn ausgecheckt und getestet zu haben; falls er in der Produktion versagt, übernehme ich die volle Verantwortung.

Dieser Satz hat sich in über fünfzehn Jahren nicht abgenutzt. Er wird wichtiger, je trivialer das Schreiben oder Generieren von Code wird. Man kann argumentieren, dass ein Agent bei strengen Spezifikationen, konsequentem TDD und guten Guardrails das Schreiben von Code so weit übernimmt, dass ein manuelles Review kaum noch nötig ist. Am Prinzip ändert das nichts: Ein Mensch übernimmt die Verantwortung. Und Verantwortung setzt Verständnis voraus.

Wir sind KI-augmented: Wir nutzen die Chancen, die generative Modelle und Agenten bieten, ohne unsere Souveränität leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Wo KI-generierte Ergebnisse in Produktion gehen, bleibt ein Mensch verantwortlich, immer mit der Möglichkeit, einzugreifen und zu korrigieren. Wir sorgen für Auffangnetze und halten den möglichen Schaden im Fehlerfall so klein wie möglich, indem wir tagtäglich selber am Code bleiben.

Wir sind verbesserungsmutig!

Tempo und Qualität: was wir aus über zwanzig Jahren Softwareentwicklung wissen

Wir planen Software langfristig. Wir bauen sie nachhaltig und halten sie wartbar. Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, gewachsene Systeme zu verstehen, zu modernisieren und am Laufen zu halten, egal ob Monolithen, verteilte Landschaften, manchmal auch den sprichwörtlichen „Big Ball of Mud".

Genau deshalb sehen wir das Tempo kritisch, in dem heute neue Software entsteht. Nicht das Werkzeug ist das Problem, sondern die unvollständige Rechnung:

  • Qualität ist mehr als „es läuft". Tests, die den Code nur bestätigen, statt ihn zu prüfen, sind teurer als fachlich korrekte Tests von Hand zu schreiben, denn sie erzeugen Sicherheit, die nicht existiert.
  • Fachlichkeit kann verloren gehen. Wenn niemand mehr genau sagen kann, warum eine Regel im Code so ist, wie sie ist. An diesem Punkt verliert eine Organisation ihr wertvollstes Wissen.
  • Komplexität wandert in den Betrieb. Was in der Entwicklung Tage spart, kann im Betrieb Jahre kosten: mehr Abhängigkeiten, Unwartbarkeit, schwerer diagnostizierbare Fehler.
  • Kosten und Aufwände verschieben sich, sie verschwinden nicht. Wir betrachten den gesamten Lebenszyklus: Entwicklung, Betrieb, Weiterentwicklung, Ablösung und zu einer ehrlichen Wirtschaftlichkeitsrechnung gehören darüber hinaus auch Tokenkosten, Infrastruktur und Wartungsaufwand.

Wir sind überzeugt: Coding-Agents haben in ihrem heutigen Zustand echtes Potenzial, Entwicklung zu beschleunigen, und wir wollen dieses Potenzial nutzen, aber nicht ohne Sinn und Verstand. Wir müssen uns und unserem Gegenüber dabei die Frage stellen, was am Ende Wert schafft.

Wir sind eigenverantwortlich!

Digitale Souveränität

Wir wollen Technologie verstehen und selbst entscheiden, wie wir sie einsetzen. Welche Anbieter, Modelle und Werkzeuge wir nutzen, soll keine Blackbox sein. Denn wer Abhängigkeiten versteht, kann sie bewusst gestalten und bleibt handlungsfähig.

Das gilt für uns genauso wie für unsere Kunden und Kundinnen: Wir bauen Wissen und Fähigkeiten selbst auf, halten technische Optionen offen und setzen KI bewusst und transparent ein.

Digitale Souveränität bedeutet für uns: Technologie nutzen, ohne von ihr abhängig zu werden.

Wir sind respektvoll & individuell!

Angemessenheit: Scope und Risiko

Nicht jede Software ist gleich kritisch. Eine Ressourcenplanung, eine Logistikplattform und ein System im Gesundheitswesen, stellen völlig unterschiedliche Anforderungen. Wir bewerten den Einsatz von KI deshalb nach dem möglichen Risiko und nicht nach der Begeisterung für die Technologie.

Je höher das Risiko, desto höher unsere Anforderungen an Reviews, Tests, Nachvollziehbarkeit und Rückfallebenen. Man könnte argumentieren, dass ein Agent - sofern zuvor strenge Spezifikationen definiert, geeignete TDD-Praktiken angewendet und Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden – das Schreiben von Code so weit übernimmt, dass eine „manuelle" Codeüberprüfung nicht mehr erforderlich ist. Für einen Prototypen mag das stimmen. Für ein sicherheits- oder geschäftskritisches System gibt es bei uns keine „Dark Factory". Das Grundprinzip bleibt in beiden Fällen dasselbe: Ein Mensch muss die Verantwortung übernehmen.

Wir setzen uns kritisch mit den Risiken jenseits des Codes auseinander: mit Datenschutz, mit der Möglichkeit von Fehlinformationen und mit der Frage, wie Menschen vor willkürlichen, automatisierten Entscheidungen geschützt bleiben. Ein sensibler, kritischer Umgang mit KI-generierten Ergebnissen ist für uns selbstverständlich - genauso wie ein wacher Blick auf aktuelle regulatorische Entwicklungen wie den EU AI Act.

Wir sind nachhaltig!

Ressourcen zählen

Der Energie- und Ressourcenverbrauch heutiger KI-Systeme ist für uns kein Randthema. Wir setzen KI gezielt statt inflationär ein und suchen aktiv nach Wegen, den ökologischen Fußabdruck unserer Arbeit zu verringern, wie wir es seit 20 Jahren tun.

Nachhaltigkeit heißt für uns beides: ökologisch und technisch. Software, die niemand mehr versteht, ist auch eine Form von Verschwendung. Und nicht jede mögliche Anwendung ist eine sinnvolle Anwendung.

Wir sind leidenschaftlich!

Menschen bei synyx

Wir sind in erster Linie Software Craftspersons. Wir sind stolz auf unser Handwerk. Wir entwerfen, entwickeln, betreiben, warten und modernisieren große, verteilte, komplexe Systeme, und wir glauben, dass man dafür die sprichwörtlichen 10.000 Stunden Übung braucht. Als leidenschaftliche, lebenslang lernende Menschen wollen wir mit den neuesten Entwicklungen nicht nur Schritt halten, sondern ihnen einen Schritt voraus sein.

KI verändert Rollenbilder in der Softwareentwicklung. Wie genau, lässt sich heute noch nicht abschließend sagen, denn niemand kann die langfristigen Folgen dieser Entwicklung seriös abschätzen, auch wenn manche das gern von sich behaupten.

Wir setzen weiterhin auf exzellente Wissensträger:innen. Niemand bei synyx muss KI-Werkzeuge nutzen – aber alle dürfen experimentieren, lernen und ihre Erfahrungen teilen, unter anderem in unserer Community of Practice.

Warum synyx

Wir vertrauen nicht blind auf Produktivitätsversprechen und wir sind auch nicht die, die aus Prinzip dagegen sind. Wir probieren aus, bewerten und sagen ehrlich, was wir wissen und was nicht.

Uns sind die Perspektiven jeder einzelnen Person bei synyx genauso wichtig wie der Nutzen für unsere Kund:innen. Wir sind besonnen und verantwortungsbewusst – und verspielt genug, um Neues auszuprobieren.

Wenn Du Software entwickeln willst, die diesen Anspruch teilt: Sprich uns an.

Euer persönlicher Kontakt

Portrait Photo von Michael Nestor

Ich bin Michael, euer Ansprechpartner für alles rund um KI.

Ich helfe euch gern einzuschätzen, ob und wie wir euch unterstützen können.