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Das Barcamp Pforzheim 2017

  • Author: Christian Mennerich Stephan Ulrich
  • Datum: 16.11.2017

Am 03.11. und 04.11.2017 fand das erste Barcamp in Pforzheim statt. Veranstaltungsort war das Kreativzentrum Emma. Das Emma bietet viel Platz und angenehme Räumlichkeiten für ein Openspace Event. Die große Aula hat ausreichend Platz für alle Teilnehmer zur Begrüßung, und eine große Leinwand für die #bcpf2017 – Twitterwall. Ein angeschlossener Raum für Frühstück und Mittagessen ist ein idealer Ort für ausgeprägte Kommunikation. Und natürlich lassen wir uns als synyxer solch ein Ereignis in unmittelbaren Nähe nicht entgehen. Ein kleine Delegation bestehend aus Stephan Ulrich, Frederick Meseck und Christian Mennerich hat sich als aufgemacht, um zumindest einen Tag lang dabei sein zu können. Wir haben dabei auch die Gelegenheit genutzt, eine eigene Session anzubieten.

Die Sessions fanden in fünf weiteren gut ausgestatteten Meetingräumen statt. Spannend war, dass unter den circa 100 Teilnehmern sehr viele Barcamp-Neulinge zugegen waren. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde und den Sessionangeboten ging es (fast) pünktlich los. Trotz des hohen Anteils an Barcamp-Newbies waren alle Slots ausgefüllt und die Sessions des ersten Tages waren vielfältig und thematisch breit gestreut . An dieser Stelle vorab ein Dankeschön für die tolle Organisation und die vielen großartigen Diskussionen!

Exemplarisch berichten wir hier kurz und knapp (in chronologischer Reihenfolge) über die Sitzungen, an denen wir teilnehmen konnten.

Sessionslot 1 - Fachwissen verdient Farbe

Unser Session-Angebot “Fachwissen verdient Farbe - Illustrierte Poster-Stories statt langweiliger Vorträge” fand viel Anklang bei den Anwesenden. Wir haben unsere Idee präsentiert, wie wir bei synyx seit einiger Zeit versuchen, komplexe und komplizierte Inhalte aufzubereiten. Statt der üblichen Slidedecks mit vielen Aufzählungen setzen wir auf die Erstellung eines Plakats, das eine Geschichte erzählt. Mittels einer Javascript Bibliothek werden im einen Browser dann Zoomstufen festgelegt, und die so festgelegten Ausschnitte bilden die Folien des Vortrags. Wir entwickeln diese Art der Vortragspräsentation in enger Zusammenarbeit zwischen Designer und dem Vortragendem. Diese Art der Vortragsgestaltung stößt auch auf großen IT-Tagungen wie der JAX, den Frankfurter IT-Tagen oder dem JavaForumNord auf reges Interesse. Stephan hat die Herausforderungen aus Sicht des Designers herausgestellt, während Freddy und Christian bereits Vortragserfahrung mit dieser Technik haben und aus der Sicht des Vortragenden berichteten. Exemplarisch haben wir gezeigt, wie viel Aufwand es ist, bis eine Szene des Vortrags seine endgültige Gestalt hat.

Insbesondere die gestalterischen Herausforderungen wurden mit anwesenden Designern ausgiebig besprochen. Einige Teilnehmer konnten sich direkt vorstellen, wie ein Plakat im eigenen Unternehmen einen Mehrwert bietet kann gegenüber der bisherigen Art, Inhalte intern und extern zu kommunizieren. In Zukunft soll bei synyx ein Tooling entstehen und unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht werden, dass die Entwicklung von Vortragspostern gut unterstützt. Die Diskussion war spannend, und für uns war es interessant und lehrreich, unsere Ideen mit nicht-ITlern zu teilen.

Sessionslot 2 - Design von der Stange

Jochen Baumann hat eine Sitzung angeboten zu Design von der Stange, um die Nutzung von und Erfahrungen 99design, Design Crowd und ähnlichen Portalen zu diskutieren. Trotz unterschiedlicher Erfahrungen herrschte doch Einigkeit darüber, dass sich Design nicht einfach outsourcen lässt. Gute und vor allem homogene Designkonzepte leben von der Interaktion zwischen Designer und Kunde, und individuelle Beratung wird auch in Zukunft ein Schlüssel sein für erfolgreiche Konzepte. Hier spielt auch eine große Rolle, wie gut ein Designer ein Gespür entwickeln kann für die Bedürfnisse seiner Kunden, eine Qualifikation, die in der Ausbildung der Designer an den Hochschulen oftmals noch zu kurz kommt.

Sessionslot 3 - Künstliche Intelligenz - Einführung & Ausblick

Carsten Kraus hat eine sehr schöne und gut allgemein verständliche Einführung in die Welt der künstlichen Intelligenz gehalten. Die harte Statistik hat er minimal gehalten und gut motiviert die Funktionsweise und Interpretiertbarkeit neuronaler Netze erklärt. Als bekennender Go-Spieler hat er großen Respekt vor der Leistungsfähigkeit heutiger Rechner gezeigt, nachdem der erste Computer Go erlernt und mehrere Großmeister geschlagen hat. Die Diskussionen in dieser Sitzung sind dem Thema angebracht auch philosophisch geworden, wobei Carsten sich als jemand bekannt hat, der den Maschinen “echte” Intelligenz zugesteht. Aufgrund des exponentiellen Lernverhaltens von Computern hat er die Vermutung, dass Computer bereits in wenigen Jahrzehnten intelligenter sein können als Menschen. Was allerdings Intelligenz und vor allem “intelligenter sein” genau bedeuten, dass war ein Teil der Diskussion, über den natürlich kein Konsens gefunden werden konnte. Aber sehr spannend ist das Thema allemal, und es wird uns auch in Zukunft alle berühren.

Sessionslot 3 - Wie kann Pforzheim schöner werden?

In einer etwas kleineren Runde kamen etwa 10 Teilnehmer zusammen um darüber zu sprechen, was es wohl braucht um das Pforzheimer Stadtbild anschaulicher zu machen. Interessant waren bereits die Erfahrungsberichte der Diskutierenden. Von alt-eingesessenen bis hin zu frisch-zugezogenen schilderten die Teilnehmer nicht nur ihre eigenen Eindrücke bezüglich Pforzheim und Umgebung: “Hässlich”, “monoton” oder “veraltet” sind Worte die der Goldstadt oftmals entgegenschlagen. Wer jetzt glaubt diese Session sei in Schwarzmalerei verfallen, irrt sich. Die barcamp-Runde war sich schnell einig: Es gibt sie, die schönen Ecken im Pforzheimer Raum, sowohl in der Stadt selbst als auch im grünen Umland. Doch was können wir tun um diese Perlen herauszuarbeiten oder generell ersichtlicher zu machen? Um sich dieser Frage zu nähern, bat Session-Leiterin Stefanie alle Teilnehmer, stichwortartig Verbesserungsvorschläge auf Post-Its zu schreiben, welche im Anschluss besprochen wurden. Trockene Theorie ohne greifbare Ergebnisse? Weit gefehlt! Die Session hat Menschen zusammengeführt die sich bereits für eine Aufwertung des Stadtbilds engagieren oder dies zukünftig tun wollen. Es wurden Telefonnummern und Kontakte getauscht, Ideen zusammengeführt und Pläne geschmiedet - für ein schöneres Pforzelona!

Sessionslot 4 - Agilität in der Praxis bei komplexen Produkten

In kleiner Runde hat Margit darüber gesprochen, wie die agile Vorgehensweise bei der Produktion von komplexen Produkten zu verstehen ist. Als Beispiel diente die Herstellung eines Autos, mit allen Facetten der Produktionslinie, von der Idee bis hin zur tatsächlichen Produktion und allen Beteiligten, von Designer und Ingenieuren über Teilzuliefereren bis hin zum Vertrieb. In der Diskussion wurde klar, dass die in der agilen Welt verwendeten Begriffe, insbesondere der der Vision, nicht immer gleich interpretiert werden, und zu allen Diskussionen immer auch Begriffsklärung gehört. Weiter stellt der Umgang mit komplexen Strukturen eine Herausforderung dar, insbesondere starre Hierarchien erschweren die konsequente Anwendung agiler Methoden. Zur Zeit scheint es so, so wurde in der kleinen Runde festgehalten, dass es keine allgemein anerkannten Techniken gibt, diese Komplexität in den Griff zu bekommen. Die Sinnhaftigkeit, auch diese komplexen Probleme agil anzugehen, wurde aber generell bejaht, und wir hoffen, hier in Zukunft viele positive Beispiele zu finden.

Bis zum nächsten Mal

Abschließend ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für das tolle Event, und das Orgateam für die gute Arbeit. Wir von synyx werden nächstes Jahr sicherlich wieder dabei sein, und können uns auch gut vorstellen uns als Sponsoren zu beteiligen.